Testbericht: Inov8 Trailroc 270

Bevor ich jetzt in die Prosa verfalle erstmal ein paar Fakten, Fakten, Fakten:

  • inov-8 Trailroc 270
  • Standard Fit
  • Sprengung 4 mm
  • Höhen Zwischensohle Vorfuß 11,5 mm / Ferse 15,5 mm
  • Stollenhöhe 4 mm

Hinweis: Die Schuhe wurden mir von inov-8 kostenfrei zur Verfügung gestellt, die hier dargestellte Meinung ist nicht von Dritten (z.B. mit kostenlosem Kuchen) beeinflusst worden.

Erster Eindruck

Genau das richtige Gelände für den inov-8 Trailroc 270 – ruppig, alpin, steinig (Foto: Sportograf)

„WOW, ein Traum in Grün.“ So mein erster Kommentar, als ich die eben vom Postboten empfangenen inov-8 Trailroc 270 aus dem Karton holte. In der Tat ist die Farbe auffallend. Knalliges Grün ist bestimmt Geschmacksache. Ich finde sie super. Für Läufer, die es weniger bunt treiben, gibt es auch noch eine gedeckte Variante in Schwarz mit roter Sohle. Für die Mädels gibt es nur eine Farbvariante in schickem Rot. Die Verarbeitung wirkt wie ich es von inov-8 gewohnt bin hochwertig. Gedacht ist der Schuh für harte, trockene Trails; auch im Hochgebirge, tendenziell mit Tempo. Also eigentlich genau der richtige Schuh für mich. Ich war gespannt, wie er sich beim Gore-Tex Transalpine Run schlagen wird. Schließlich wird da alles gefordert, von der Asphalt-Ballerpiste bis zu anspruchsvollen Trails, vom Schotter-Downhill bis zur Matschrutschbahn. Besseres Testgelände gibt es wirklich nicht, würde ich sagen.

Die Passform

Die PowerFlow+ Zwischensohle bringt Komfort. Das Obermaterial aus Mesh macht den Schuh Atmungsaktiv. Die Met-Cradle+ Technologie schließt den Schuh fest um den Fuß

Mein Fuß fühlt sich sofort wohl. Durch die Med-Cradle+ Technologie wird der Schuh perfekt vom Obermaterial umschlossen. Dieses ist nahtfrei, sehr atmungsaktiv und hat keinerlei Druck- oder Reibestellen. Die Größe fällt aus meiner Sicht normal aus. Ich trage in der Regel Größe 45 (UK 10,5), was auch beim Trailroc 270 zutrifft. Der Fersenhalt ist vollkommen ausreichend. Auch in sehr technischem Gelände, in ruppigem Geröll oder beim kurzen, schnellen Richtungsänderung passt der Schuh perfekt und die Füße rutschen nicht. Das vermittelt Sicherheit zu jeder Zeit. Trotz Standard Fit fällt der Schuh eher schmaler aus finde ich. Daher könnten Läufer mit breitem Vorfuß etwas Probleme bekommen. Schmale und normale Füße sind aus meiner Sicht besser geeignet für den Trailroc 270.

Die Sohle und der Grip

Schön zu sehen sind die drei Komponenten der Tri-C-Sticky-Sole. Grau = fest / Ferse, Schwarz = weich / Sohlenmitte, grün = mittel / Außensohle

Man sieht es der Sohle schon an, die ist für trockene und harte Untergründe gemacht. inov-8 verspricht mit ihrer „Get a Grip“-Kampagne Halt auf jedem Untergrund. Das kann ich bei diesem Schuh definitiv bestätigen. Auf harten Untergründen wie festen Fels, Schotter oder Erdboden frisst sich die Sohle regelrecht fest; auch auf nassem Fels fühle ich mich jederzeit absolut sicher. Grund dafür ist die Tri-C-Sticky Sohle, die durch ihre drei unterschiedlich festen Gummimischungen zu jeder Zeit Grip hat. Lediglich tiefen Matsch mag der Schuh nicht so, was einfach an der geringen Tiefe der Stollen liegt. Aber dafür ist der Schuh auch nicht gedacht und daher kein berechtigter Kritikpunkt. Trotzdem ist er für mich von der Sohle her ein perfekter Allrounder, wie ich auch beim Gore-Tex Transalpine Run feststellen durfte.

Dämpfung und Schutz

Die Zehenkappe hilft, dass Feindkontakt auf dem Trail verschmerzbar wird

Ich laufe gerne weniger gedämpfte Schuhe. Daher ist der inov-8 Trailroc 270 für mich vollkommen ausreichend gedämpft; auch für lange Ultratrails. Die längste Etappe beim Tansalpine Run betrug ca. 46 Kilometer. Die ersten vier Etappen bin ich mit ihm gelaufen, 159 Kilometer in vier Tagen. Vom ersten bis zum letzten Kilometer empfand ich den Dämpfungskomfort als sehr angenehm. Die Mittelsohle hat eine Höhe von 11,5 mm (Vorfuß) und 15,5 mm (Ferse). Durch die weiterentwickelte Meta-Plate, die in der Sohle verarbeitet ist, wird der Fuß hervorragend gegen spitze Steine geschützt; ein großes Plus in technisch-alpinem Gelände. Die robuste Zehenkappe schützt die Zehen effektiv vor Felsen, Wurzel, etc., sollte man mal hängen bleiben oder mit dem Fuß dagegen stoßen. Das könnte man auch als Trailrunner’s Rund-um-Sorglos-Paket bezeichnen.

Auf den Trails

Nun, Matsch mag der inov-8 Trailroc 270 nicht so – Spaß macht’s trotzdem (Foto: Sportograf)

Der inov-8 Trailroc 270 bietet Laufgenuss pur. Die neue Powerflow+ Zwischensohle bietet sowohl einen unheimlichen Komfort als auch einen sehr direkten Fußabdruck. Trotz der Meta-Plate in der Zwischensohle nimmt man den Untergrund war und kann sehr reaktiv laufen. So ist auch langes Trailvergnügen garantiert. Die neue Generation des Dynamic Fascia Bands lässt den Fuß natürlich abrollen, macht dessen Bewegung mit und liefert zudem bei jedem Fußabdruck zusätzlich Energie. Dadurch ermüdet der Fuß nicht so schnell. So macht der Trail echt Spaß. Vor allem bei schnellem Tempo spielt der Trailroc 270 all seine Stärken aus.

Die Alternative

Den inov-8 Trailroc 270 zieh ich mir gerne an – los geht’s auf den Trail

Wem der Trailroc 270 zu wenig Dämpfung hat, der kann auf den größeren Bruder umsteigen, den Trailroc 285. Der bietet vor allem im Fersenbereich (Höhe Zwischensole 21,5 mm) ein deutliches Plus an Dämpfung. Allerdings, und das ist nicht ganz meins, hat er 8mm Sprengung. Daher ist für mich der „kleine“ Trailroc 270 die bessere Wahl. Aber, wer erstens mehr Dämpfung möchte und zweitens niedrige Sprengung nicht so sehr gewöhnt ist, für den stellt der Trailroc 285 eine echt gute Alternative dar.

Fazit

Auf zu neuen Abenteuern mit dem inov-8 Trailroc 270 (Foto: Sportograf)

Der inov-8 Trailroc 270 war für mich die perfekte Wahl für den Gore-Tex Transalpine Run. Durch seine super Allrounder-Fähigkeiten ist er für solch ein Rennen ideal. Ich sehe ihn eher für schnelle Trailläufer, die auch Ultratrails ambitioniert angehen und dennoch auf das gewisse Quäntchen Schutz und Komfort nicht verzichten wollen. Leichte Abstriche gibt es auf tiefgründigem Matsch, da greifen die Stollen einfach zu wenig. Das ist aber verschmerzbar. Von mir also eine klare Empfehlung, bei der es mir einfach nicht möglich war, einen wirklichen Kritikpunkt zu finden.

Johannes

Johannes

… liebt Schinkennudeln und Vollnussschokolade, Trailrunning ist seine Passion, ja manchmal Religion. Ist studierter Geograph und nervt schon mal mit stundenlangen Vorträgen zu heimischen Orchideen und Karnivoren. Der Wolf im Fuchspelz.
Johannes
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