Lieber Körper…

… hallo, wie geht es dir? Vergiss es. Blöde Frage. Ich stecke ja in dir und bekomme zumindest das meiste was so bei dir vor geht sprichwörtlich hautnah mit. Aber ich hänge nun mal hier oben fest. Als graues, verwundenes Gewebe, das dich steuern soll und sich meistens mehr Gedanken macht, als ihm lieb ist. Und so frage ich mich, lieber Körper, was ist eigentlich mit uns beiden in den letzten Wochen passiert?

Dabei fing doch das Sportjahr so vielversprechend an: Die Kick-Off-Trainingswoche um Weihnachten und Silvester hast du prima weg gesteckt und trotz des doch sehr kalten Winters, konnten wir unser Trainingspensum hoch halten. Wir waren motiviert, Wir hatten Spaß, haben gut gegessen und haben richtig Gas gegeben. Gute Zeiten waren das. Und auch wenn wir in Rodgau nur 45 km zusammen gelaufen sind – es war ok. Alles ok.

Doch vor einigen Wochen wurde es dann irgendwie komisch. Wir  waren im Allgäu zum Langlaufen, haben ein anstrengendes Intervalltraining absolviert und am Sonntag darauf stand mal wieder ein langer Lauf auf dem Plan. Als ich dich dann am Montag darauf aus dem Bett bewegen wollte, hast du mit Schmerzen reagiert. Nicht Muskelkater, wie er zu erwarten gewesen wäre. Nein, du hast entschieden, dass unsere Achillessehne gereizt sein soll. Ich wollte es nicht recht wahrhaben. Nicht schon wieder. Nicht jetzt.

Gut. Halb so schlimm. Erstmal wieder aufs Rad und in den Pool. Da haben wir ja eh Nachholbedarf, nicht wahr? Und so sind wir schwimmen gewesen und haben uns an Ostern zusammen über 195 km auf dem Rad, bei miesem Wetter, durch Hessen gekämpft. Gute Zeiten. Dennoch, die Sehne ist immer noch nicht wieder fit – und es wird langsam eng. Und dann sind da deine Beine, die ziemlich müde sind. Und woher kommt dieses Kratzen im Hals.

Und ich? Ich hänge hier oben ab und frage mich langsam ernsthaft, ob du gerade keinen Bock hast? Ich meine, die ersten Wettkämpfe mussten wir jetzt schon sausen lassen und bei unserem Fuchslauf mussten wir auch passen. Dein Ernst? Vielleicht werde ich auch langsam ein bisschen sauer. Ein ganz kleines bisschen… Aber, nein. Halt. WUUUSA… Das bringt jetzt auch nichts. Aber verrate mir doch mal bitte eines: Was kann ich tun, damit wir wieder besser miteinander klar kommen? Ich lasse dir Regeneration zukommen, gebe dir das Essen das du möchtest und kümmere mich um deine Wehwehchen. Ich versuche Stress von dir fern zu halten so gut es geht.

Wie auch immer. Ich weiß, dass du einfach deine Zeit brauchst. Aber wenn ich eine Bitte an dich richten kann: Lass dir nicht mehr zu viel davon! Aber bei all der Gängelei – es gibt auch diese schönen Momente: Wenn wir zusammen auf unserem Crosser über den Albtrauf jagen, mit toller Musik auf den Ohren, oder wenn wir zusammen in Aerohaltung durch das Neckartal sausen. Und sogar das Schwimmen macht uns in letzter Zeit riesen Spaß – klar, da läufts ja auch super.

Lieber Körper. Wir sind ein Team! Und ich glaube ein ziemlich gutes noch dazu! Ich hab dich lieb,

Dein Gehirn!

Jörn

Jörn

... mag Kuchen, treibt liebend gerne Ausdauersport und ist vor allem im Triathlon beheimatet. Hat Ernährungswissenschaften studiert und ist das schlechteste Vorbild, wenn es um Essen geht. Und sonst: Berge, Trails, Schnee.
Jörn
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