Fuchs kocht: Älplermagronen

Das erste Mal kam ich mit den Älplermagronen auf einer Exkursion ins wunderschöne Goms in Kontakt. Ich habe mit meinem besten Bergkumpel Christoph für’s Abendessen gesorgt; für eine ganze Meute hungriger Geographen, die sich einen ganzen Tag in der Gomser Bergwelt herumgetrieben hat. Als Chris und ich uns überlegt hatten, was wir kochen sollten, schlug er eben jene damals für mich unbekannten Älplermagronen vor. Ich schaute ihn schräg an. Der Name klingt erstmal gut, so richtig nach deftig und Bergen.

Auf meine Frage, was man dafür brauche und was wir einkaufen müssen entgegnete er „Nudeln, Milch, Zwiebeln, einen würzigen Bergkäse und Schabziger …“. Ich schaute ihn schräg an „Was für ne Ziege?“ Darauf Gelächter. OK, irgendwas hatte ich falsch verstanden. Zur Erklärung: Schabziger hat mit den vierbeinigen Rasenmähern nichts zu tun. Schabziger ist eine Käsespezialität aus dem Schweizer Kanton Glarus. Pur schmeckt sie …. na ja ….. sagen wir mal eigenwillig. Daher wird der Schabziger in der Regel zum Würzen von Speisen verwendet; zum Beispiel für Älplermagronen.

Das Mysterium Schabziger ist also geklärt. Aber, schmeckt diese Kombi. Ich war skeptisch, ich gebe es zu. Na ja, man kann es ja in Ketchup baden. Nein, kann man nicht. Am besten schmeckt Apfelmus dazu. Ihr schaut jetzt bestimmt fragend auf den Bildschirm. Kein Problem, ging mir auch so. Aber, ich kann euch versichern, ebenso wie Chris mich damals überzeugt hat, wird euch mein Rezept überzeugen. Versucht es aus.

Die Älplermagronen sind übrigens ein ursprüngliches Essen, dass früher von Älplern auf den Schweizer Almen gekocht wurde. Es hat einen sehr hohen Nährwert, war aber leicht zu transportieren. Das war damals wichtig, da es neumodische Dinge wie Seilbahn oder Auto noch nicht gab. Vielmehr wurden die Lebensmittel mit dem Räf auf die Alm geschleppt. Oft wurde das Gericht mit vergleichsweise günstigen heimischen Kartoffeln gestreckt. Ich persönlich esse die Älplermagronen vor allem nach langen anstrengenden Läufen gerne, da sie dem Körper viel zurückgeben, was die körperliche Belastung ihm genommen an. Solltet ihr am Tag danach einen Wettkampf haben, würde ich aber doch eher zu Spaghetti alio e olio raten, denn so eine ordentliche Portion Älplermagronen ist schon deftig, aber soooo lecker.

So, und jetzt ran an den Herd.

Das Rezept ist für zwei Personen. Zur Vorbereitung reibe 100 g würzigen Bergkäse (z.B. Gruyère) und ein Viertel des Schabzigerstöcklis. Dann schneide vier Zwiebeln in feine Halbringe und hacke nach Geschmack etwas Knoblauch. Koche zunächst 750 ml Milch mit einer Prise Salz auf, füge 250 g Nudeln (am besten kleine, ich nehme meist Mini Penne) hinzu. Köchle das Ganze, bis die Milch fast ganz verkocht ist. Im Zweifel noch etwas Milch zugießen. Parallel die Zwiebeln und ggf. den Knoblauch in reichlich Butter anbraten; bei Seite bestellen. Dann denn geriebenen Bergkäse und den Schabziger dazugeben und den Käse in der Nudel-Milchmasse schmelzen lassen. Zuletzt die angebratenen Zwiebelhalbringe noch einrühren.

Jetzt das Ganze auf einem Teller anrichten. Am besten schmeckt mir Apfelmus dazu. Die Süße des Apfelmuses und die deftigen Älplermagronen harmonieren super miteinander. Wer möchte, kann aber auch einen Salat prima damit kombinieren. Lasst es euch schmecken.

Johannes

Johannes

… liebt Schinkennudeln und Vollnussschokolade, Trailrunning ist seine Passion, ja manchmal Religion. Ist studierter Geograph und nervt schon mal mit stundenlangen Vorträgen zu heimischen Orchideen und Karnivoren. Der Wolf im Fuchspelz.
Johannes

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