Testbericht: Inov8 Roclite 290

Hallo, mein Name ist Lite, Roc Lite. Ich bin der neue Schlappen aus dem Hause Inov-8. Sie nennen mich Roclite 290. Ich habe noch zwei größere Brüder, den Roclite 305 und 325. Ich bin heute bei Johannes, der mich von Inov-8 bekommen hat – zum Testen. Mal schauen, wie er mich findet. Johannes, zunächst müssen wir was klären. Du hast mich kostenlos bekommen. Hat das Deine Meinung zu mir irgendwie beeinflusst?

Die AdapterWeb Schnürung halt den Schuh zuverlässig am Fuss – auch bei wilden Downhills.

Johannes: Nein, was ich hier von mir gebe ist meine objektive Meinung und nicht dadurch beeinflusst, dass Du einfach so bei mir reingeschneit bist.

Ein paar Fakten zu mir. Mich gibt es als Damen- und Herrenversion. Wasserdicht gibt es mich nicht. Ich habe eine Sprengung von 4 mm. Wie mein Name bereits vermuten lässt wiege ich 290 g pro Schuh und …

Johannes: Ähem, da muss ich kurz einhaken, ich habe 315 Gramm nachgewogen.

OK, ich bin ein bisschen schwerer. Ich hoffe aber, dass das den ersten Eindruck von mir nicht geschmälert hat?

Johannes: Definitiv nein. Der erste Eindruck war super. Die Verarbeitung von Dir ist top, wie ich es von Inov-8 gewohnt bin. Du bist kein kompromissloser Wettkampfschlappen, sondern ein Allrounder für’s gediegene Trailrunning oder für sehr lange Ultratrails. Das Blau finde ich super. Als ich Dich so zu Anfang in der Hand hatte, konnte ich’s nicht erwarten auf die Trails zu gehen. Schließlich gehört da ein Trailrunningschuh ja hin.

Also, hast Du mich angezogen – yeehaaaa, frische Socken – und bist ab mit mir auf die Schwäbische Alb. Wie trage ich mich denn?

Johannes: Die paar mehr Gramm merkt man nicht am Fuß. Allerdings musste ich feststellen, dass Du nicht für schmale Füße geeignet bist. Ich habe zum Glück keine ausgeprägt schmalen Füße, somit hatte ich damit keine Probleme. Der Fersenhalt könnte ein wenig straffer sein. Hier wäre es wünschenswert, wenn man Dich noch in einer „precision-fit“ Version machen würde. Die Schnürung taugt mir gut und hält Dich zuverlässig am Fuß. Eine Schnürsenkeltasche vermisse ich nicht.

OK, ich passe Dir, sehr schön. Also ab auf den Trail, über Höhen und Tiefen der Alb flitzen. Wie habe ich mich denn gelaufen?

Die grobstollige Sohle läuft sich auf allen Terrains gut, auch auf Asphalt auf dem Weg zum Trail.

Johannes: Super, auch wenn Du eher gemütlich aussiehst läufst Du Dich überraschend direkt. Fand ich toll, denn Deine Sohle ist sehr flexibel. Man kann den Berg wunderbar „hochtänzeln“. Dennoch bist Du unheimlich bequem, die Dämpfung ist enorm ausgewogen. Du eignest Dich besonders für lange Trailläufe, aber auch wilde Downhills machen unglaublich Spaß. Sehr positiv aufgefallen ist mir der Schutz vor unangenehm durchdrückenden Steinen. Hier grüßt die zweite Generation „Meta-Shank“, die einen richtig guten Schutz bietet, was primär in alpinem und sehr steinigem Gelände relevant wird. Auch der Rundumschutz ist gelungen. Sollte sich doch mal ein Stein oder eine Wurzel in den Weg werfen, hat man nicht gleich blaue Zehen.

Ich möchte ja ein Allrounder sein. Kannst Du das bestätigen?

Johannes: Du bist definitiv ein super Allrounder. Auf nahezu allen Untergründen ist der Grip super. Aber ich habe auch Schwächen ausgemacht. Bei nassem Stein muss man schon ein wenig aufpassen. Da lässt der Grip doch teilweise deutlich nach. Zum Glück bringe ich genug Trittsicherheit mit, so dass mir das weniger ausmacht. Zudem hatte ich teilweise ein zugesetztes Profil bei sehr tiefgründigem Boden. Dieser Alb-Lehm ist aber auch fies. Das ist natürlich nicht ideal. Ansonsten alles top. Auch Asphaltpassagen kann man mit Dir laufen. Wie sagt man neuhochdeutsch – Door-to-Trail-Schuh.

Hä, was für ein Ding?

Johannes: Door-to-Trail-Schuh, das heißt, man startet an der Tür – Haus oder Auto ist egal – und läuft erstmal eine längere Strecke über Asphalt, bevor die Trailaction losgeht.

Oh schau mal, da kommt der Kevin vorbei, der hat mich auch am Fuß. Kevin, wie findest Du mich denn?

Kevin: Du bist ein echter Allrounder, der nicht nur optisch gut aussieht, sondern sich auch auf allen Terrains wohl fühlt. Reinschlüpfen und man fühlt sich sofort heimisch. Mit Dir am Fuß freue ich mich schon auf viele weitere lange und kurze Läufe!

Ohhhh, da werde ich ja ganz rot …. Ähem …. Blau. Johannes, kannst Du das so bestätigen?

Johannes: Definitiv, dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Kleine Mängel beim Grip sowie die etwas weite Passform können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Inov-8 mit Dir ein richtig guter Allrounder gelungen ist, der Spaß auf langen Trails mit unterschiedlichen Terrains macht. Das kann ich nach 90 Kilometer auf der Alb definitiv bestätigen und freue mich auf weitere Abenteuer, bald dann auch in den Alpen.

Danke Johannes, das war’s für heute. Euer Inov-8 Roclite 290. Und jetzt raus mit euch auf die Trails dieser Welt. Ich gebe ab.

Hinweis: Johannes hat den Schuh kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Der Bericht gibt nur seine persönliche Meinung wieder. Inov8 wünscht sich ausdrücklich, dass er sich kritisch mit den Produkten auseinander setzt.

Johannes

Johannes

… liebt Schinkennudeln und Vollnussschokolade, Trailrunning ist seine Passion, ja manchmal Religion. Ist studierter Geograph und nervt schon mal mit stundenlangen Vorträgen zu heimischen Orchideen und Karnivoren. Der Wolf im Fuchspelz.
Johannes

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