Johannes, der neue Fuchs im Bau

Johannes, der neue Fuchs im Bau

Eins mit der „Natur“

Wir Läufer und speziell Trailrunner gelten allgemein ja als ein wenig verrückt. Ja, ich habe auf meinen zahlreichen einsamen Runden auf der Schwäbischen Alb und in den Alpen auch schon mit mir selber geredet. Daher ist die Annahme vermutlich auch nicht ganz falsch. Also lag es für mich irgendwie nahe, mich mal selber zu interviewen. Vorteil für euch, ihr lernt den neuen Fuchs im Bau kennen.


Ich: Moin Johannes, nun bist Du also ein Fuchs. Wie fühlt sich das an?

Johannes: Der buschige rote Schwanz ist ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Ich: Warum bist Du genau der Richtige für den Fuchsbau?

Johannes: Trailrunning ist für mich nicht nur ein Modesport, sondern auch Lebenseinstellung und Passion. Es ist das Eins sein mit der Natur. Es ist das Überwinden von Hindernissen, die mir in den Weg geworfen werden. Es ist auch mal das Austesten und Verschieben der physischen und psychischen Grenzen. Es macht schlichtweg einen Riesenspaß, über die Trails zu tänzeln im Takt der Natur. Das Ganze in spannende Texte und Berichte zu bannen macht mir unheimlichen Spaß. Ich habe Freude daran, andere an den Emotionen, die ich beim Trailrunning empfinde, Teil haben zu lassen. Als der große Konfuchsius mich dann gefragt hat, ob ich zu Jörn in den Fuchsbau kommen möchte, musste ich nicht lange überlegen. Zudem verstehen Jörn und ich uns richtig gut, sind sozusagen Füchse im Geiste. Das sind schon zwei wilde Hunde …. ähem …. Füchse hier im Bau.

Ich: Wie bist Du zum Trailrunning gekommen?

Schon immer ein echter Bergfex... äh, Fuchs.

Schon immer ein echter Bergfex… äh, Fuchs.

Johannes: Ich war schon immer sportlich. Zunächst waren das aber eher Mannschaftssportarten wie Volleyball und Fußball. Laufen war eher lästiges Übel. Den Startschuss gab meine erste Teilnahme beim Tübinger Stadtlauf (heute ERBE Lauf). Ich war unheimlich fasziniert von der Stimmung an der Strecke. Das hat mich angefuchst, mehr zu Laufen und ein wenig Struktur rein zu bringen, ich wollte schneller werden. Parallel bin ich schon immer in den Bergen unterwegs seit ich 8 Jahre alt bin. Irgendwann kam Beides dann zusammen. Inzwischen liebe ich es, über die Trails der Alpen und der Schwäbischen Alb zu pflügen.

Ich: Wettkampf oder Genusslauf?

Johannes: Beides befruchtet sich. Ohne Genusslauf kein Wettkampf, ohne Wettkampf kann man die Langsamkeit nicht genießen. Daher möchte ich nichts davon missen. Ich liebe es unheimlich, mich auszupowern und dann aber für einige Minuten die Stille auf einem einsamen Felsen am Trauf der Schwäbischen Alb zu genießen und dabei den Roten Milanen bei ihren Runden in der Thermik zuzuschauen. Auf der anderen Seite liebe ich aber auch den direkten Vergleich mit anderen Läufern, wo es heißt, alles aus sich rauszuholen. Das Schöne beim Trailrunning ist aber, dass die Verbissenheit eines reinen Straßenlaufs fehlt. Da gibt es mal eine helfende Hand in der Steilstufe oder eine Salztablette, wenn die Wade krampft.

Ich: Das heißt, reine Straßenläufe machst du also nicht?

Johannes, der neue Fuchs im BauJohannes: Doch, die mache ich auch. Manchmal kommt da der kleine Egoist in mir durch, der die eine entscheidende Sekunde vor seinem Kontrahenten sein möchte. Aber mein Herz schlägt schon vor allem für die Trails und die Natur. Wobei auch mal ein hartes Bahntraining mit Intervallen eine sehr willkommene Abwechslung ist.

Ich: Gibt es noch Fakten über Dich, die jeder Wissen sollte?

Johannes: Ich liebe Schinkennudeln mit Ketchup. Mein größtes Laster ist Vollnussschokolade. Da geht schon mal ne lilafarbene Maxitafel drauf, wenn ich lange auf den Trails unterwegs war – meist mit einer dampfenden Tasse heißen Kakaos.

Ein Hang zur Flora

Ein Hang zur Flora

Ich kenne ca. 20 verschiedene Arten heimischer und alpiner Orchideen. Daher ist es keine gute Idee, mit mir im Frühsommer auf der Alb unterwegs zu sein. Ich bin studierter Diplom-Geograph und nerve schon mal mit minutenlangen Vorträgen zu Bergrutschen auf der Schwäbischen Alb oder alpiner Bodenentstehung. Ich meine hier schon das eine oder andere Augenrollen meiner diversen Mitläufer erspäht zu haben. Ich bin seit diesem Jahr Markenbotschafter für Inov-8 und freue mich sehr, dieses „Ehrenamt“ bekommen zu haben. Ich hoffe, ich kann das Vertrauen entsprechend zurückzahlen.

Ich: Das war’s auch schon. Willst Du uns zum Abschluss noch was mitteilen?

Johannes: Geht raus, lauft, genießt die Natur, sucht den Wettkampf. Habt Spaß, bei dem was ihr macht und geht unbeirrt euren Weg. Genau das ist, was einen Läufer ausmacht, dass er sich die Grenzen nur selber setzt – egal ob Genussläufer oder Siegläufer, ob Straßenläufer oder Trailtänzer, egal ob Fuchs oder Hase.

Johannes

Johannes

… liebt Schinkennudeln und Vollnussschokolade, Trailrunning ist seine Passion, ja manchmal Religion. Ist studierter Geograph und nervt schon mal mit stundenlangen Vorträgen zu heimischen Orchideen und Karnivoren. Der Wolf im Fuchspelz.
Johannes
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