Gönnt euch…

Wir laufen, wir radeln, wir schwimmen, wir machen Stabi-Training, wir achten auf unser Wettkampfgewicht, wir machen Selfies und laden alles auf Strava hoch (Credibility und so). Zwischendurch takten wir dann noch das Wettkampfjahr durch, holen uns Trainingspläne und ach – da sind ja noch Familie, Freunde und Arbeit. Die Gefahr, sich selbst und den eigenen Körper irgendwo dazwischen aufzureiben ist groß und an Regeneration wird kein wirklicher Gedanke mehr verschwendet. Und selbst wenn wir unseren Hintern mal auf der Couch platzieren, ist da wieder dieses schlechte Gewissen: Sollten wir nicht vielleicht doch noch schnell ne Runde laufen?

Gönnt euch… ne Pause!

Regeneration ist wichtig (c) foxletics.comInzwischen zelebriere ich mindestens einmal die Woche einen Ruhetag – und das meine ich wortwörtlich. Ich verschwende nicht mal einen Gedanken an Sport und genieße es förmlich, einfach auf der Couch zu hocken, zu lesen, zu zocken oder einfach nur bei einem guten Film zu entspannen. Am besten nehmt ihr euch dafür einen festen Tag. Bei mir ist es der Montag, einfach weil ich am Sonntag meistens die längste Einheit der Woche habe und dementsprechend Regeneration sinnvoll ist.

Ruhe ist für den Körper, aber auch für den Kopf extrem wichtig – mindestens genauso wichtig, wie das Training selbst und erklärt sich mit dem Prinzip der Superkompensation. Auf einen Trainingsreiz folgt die Regeneration auf die wiederum die Superkompensation folgt. Treffen wir das letzte Zeitfenster – das je nach Training und Regeneration zwischen wenigen Stunden bis hin zu mehreren Tagen dauert – erfolgt eine Trainingsanpassung. Wir werden besser. Setzen wir allerdings den neuen Reiz, während wir noch in der Regenerationsphase sind, kann das durchaus negative Folgen haben.

Hinzu kommt: Bei psychischem Stress werden ähnliche Botenstoffe ausgeschüttet, wie bei körperlichen Stress. Heißt also: Wenn wir nach einem stressigen Tag auf der Arbeit noch eine intensive Intervalleinheit abfeuern, kann das gleich doppelt schlecht bzw. belastend sein. Hier empfiehlt es sich, vielleicht eher eine lockere Einheit einzuschieben oder – wenn man sich so richtig platt fühlt – einfach ganz aufs Training zu verzichten. Auch wenn es schwer fällt.

Gönnt euch… Spaß!

Neue Grenzen ausloten, immer höher, immer schneller, immer weiter – viele von uns suchen stets das nächst höhere Hoch, was sicherlich auch seine Berechtigung hat. Zumindest solange es Spaß macht. Aber es kann eben auch schnell mal ins Gegenteil umschlagen, was ich selbst schon erleben durfte – vor allem wenn die Motivation mal nicht mehr intrinsisch motiviert ist. Irgendwann vergeht einem die Freude am Sporteln – besonders wenn die Ergebnisse nicht so aussehen, wie man es sich wünscht.

Was mir persönlich sehr geholfen hat, war ein sportliches Sabbatjahr. Das sah so aus, dass ich mich nur spontan für Wettkämpfe angemeldet habe, bei denen ich zudem sicher war, sie locker finishen zu können. Trainiert habe ich einfach frei Schnauze ohne groß Vorgabe. Da gab es Wochen, in denen ich kaum etwas gemacht, dann wieder Zeiten, in denen viel los war. Alles ganz zwanglos. Und siehe da: Nicht nur der Spaß am Sport kam wieder, sondern vor allem der Spaß an der Herausforderung, so dass ich mich im nächsten Jahr gleich mal an die erste Langdistanz gewagt habe.

Gönnt euch… mal was leckeres!

Wie wäre es mit nem leckeren Baguette?

Wie wäre es mit nem leckeren Baguette?

Gesunde Ernährung hin oder her – ab und zu sündigen muss auch mal sein. Schließlich treiben wir den ganzen Sport doch, damit wir futtern können wie ein Mähdrescher – oder etwa nicht!? Und solange es keine Ãœberhand nimmt mit der als „ungesund“ klassifizierten Nahrung und man sich auf der Basis einer bunten Ernährung bewegt, ist man da auch definitiv auf der sicheren Seite. Also ran an den Kuchen und reingehauen! Was dabei „sündigen“ bedeutet, darf freilich jeder für sich selbst bestimmen.

Gönnt euch… das Fazit

Wir haben nur einen Körper und der will verdammt noch mal verwöhnt werden und sich gelegentlich auch mal erholen! Regeneration ist ein viel zu wichtiges Thema, als das wir es hinten anstellen sollten, deshalb plädiere ich stark für einen oder zwei Ruhetage die Woche, mit leckerem Essen, viel Couching und einem guten Buch oder einer guten Serie – da gibts inzwsichen einige.

Und wenn ihr partout nicht Ruhe halten könnt, dann sei euch ein wenig Stretching oder eine wirklich sehr, sehr gemütliche Radrunde gegönnt.

In diesem Sinne: #neverskiprestday

Jörn

Jörn

... mag Kuchen, treibt liebend gerne Ausdauersport und ist vor allem im Triathlon beheimatet. Hat Ernährungswissenschaften studiert und ist das schlechteste Vorbild, wenn es um Essen geht. Und sonst: Berge, Trails, Schnee.
Jörn
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2 Comments

  1. Christiane sagt:

    Amen, Bruder!
    Ich kann jeden Satz unterschreiben. Vor allem das mit dem Spaß.

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