Pearl Izumi Katalog-Shooting im Kleinwalsertal

Wir schreiben den 06. April 2016. Ich sitze an der Arbeit, als plötzlich mein Smartphone vibriert. Eine Email von der Paul Lange & CO OHG, die unter anderem für das Marketing von Pearl Izumi verantwortlich und dementsprechend auch mein Ansprechpartner in allen Belangen des Sponsorings ist. „Fotoshooting im Kleinwalsertal“ ist der Betreff. Ich lese aufmerksam. Modeln soll ich, für den Pearl Izumi Winterkatalog 2016/2017. Ich? Und Profi Triathletin Ricarda Lisk ist angeblich auch dabei. Ein ungläubiger Blick aufs Datum. Vielleicht ein verspäteter Aprilscherz? Hm, ne. Die scheinen das doch echt ernst zu meinen…

Die Schöne und der Fuchs

Zweieinhalb Wochen später: Ich sitze etwas aufgeregt in Wendlingen am Bahnhof und warte auf Ricarda, die mich mit runter in Richtung Kleinwalsertal nimmt. Man lernt schließlich nicht jeden Tag eine mehrfache Deutsche Meisterin und Olympionikin kennen. Wie sich aber schnell herausstellt, ist auch Ricarda ein ganz normaler Mensch, mit dem man wunderbar Spaß haben kann. Dementsprechend gehen die knapp drei Stunden Autofahrt auch schnell ins Land und wir kommen am späten Nachmittag in Mittelberg an.

Es ist einfach herrlich: Frühlingshafte Temperaturen, saftige grüne Wiesen und schneebedeckte Gipfel – ein perfektes Alpenidyll, das für das Shooting eigentlich alles andere als vorteilhaft ist. Schließlich wollen wir ja Winterklamotten fotografieren, da wäre etwas Schnee gar nicht verkehrt. Kurze Zeit nach uns, trifft der Rest des Teams ein, das aufgrund der vorher genannten Problematik noch auf Scouting-Tour waren und nach einer kurzen Kennenlernrunde gehts dann auch direkt los.

Neon noch und nöcher

Die Bikes werden abgeladen und eingestellt – alles muss natürlich Markenkonform sein – passende Flaschen und Flaschenhalter inklusive! In großen Taschen und Boxen hängen die Outfits, die noch zu shooten sind. Ich schäle mich schnell in die mir dargebotene Kluft und schwinge mich auf das Rennrad – geiles Teil und sogar mit Ultegra Di2. Ich überlege, ob ich nicht einfach schnell wegradele und das Bike stibitze, aber mein Anstand gebietet mir, die Füße schön still zu halten.

Bikes fertig machen...

Bikes fertig machen…

Der Fotograf bringt sich in Position und gibt die ersten Anweisungen. „Berghoch im Wiegetritt, dicht beieinander“. Dicht beieinander? Ich bin Triathlet und kann nicht in der Gruppe fahren – das weiß der aber schon? Meine zwei Shootingpartner kümmern sich drum, so dass ich eigentlich nur geradeaus fahren muss. Los gehts. Ich versuche in die Pedale einzuklicken, komme aber partout nicht rein. Na toll – die erste Einstellung war dann schon mal für den Eimer. Also zurück auf Anfang und nochmal. Wieder komme ich nicht in die Pedale. Es ist aber auch zum Mäuse melken. Ich reise mich zusammen und fahre einfach lose auf den Pedalen – und siehe da, es scheint zu passen.

So könnte es aussehen.

So könnte es aussehen.

Das ganze Spiel spielen wir dann noch mal in die andere Richtung. Zwei bis drei Mal. Dann Einzelbilder. Klick, Klick – fertig. Anderes Trikot. Wieder losfahren. Gruppenbilder, Einzelbilder. Klick! Passt. Geht doch eigentlich ganz gut. Es dauert keine Stunde, bis wir wieder zurück zu Ferienwohnung fahren und auf die Dämmerung warten, um die High-Visibility-Serie in den Kasten zu bekommen. Zwischendurch gibt es lecker Abendessen: Nudeln mit Pesto. Des Ausdauersportlers Liebstes.

Dann wird es langsam dunkel. Etwas Eile ist geboten, denn wir haben natürlich nur ein kurzes Zeitfenster. Es darf nicht zu dunkel sein, damit die Bilder noch was werden. Erstmal wieder ein paar Bike-Shots. Mit ordentlich Beleuchtung, Neonfarben und Reflektoren am Körper spielen wir das Spiel vom Nachmittag nach. Danach müssen wir uns schnell in die entsprechenden Laufklamotten schmeißen. Zwei, drei Mal den kleinen Weg hoch und runter und gut. Ich solle doch mal lachen, meint der Fotograf. Was tut man nicht alles für die Kamera.

Sehen und gesehen werden.

Sehen und gesehen werden.

Als auch diese Einstellungen im Kasten sind, geht es schnurstracks zurück und erstmal unter die Dusche. Im Wohnzimmer gibt es schon die ersten Bilder zu sehen. Gar nicht schlecht. Das Einziehen meines kleinen Bäuchleins scheint ganz gut zu funktionieren und auch den ein oder anderen Lacher konnte ich mir abringen. Ich schlürfe noch genüsslich ein Glas Wein und suche dann die Weite des großen Bettes, das mich mit samtweichen Decken empfängt.

Laufen, Umziehen, Laufen, Umziehen…

Der Wecker klingelt um 8 Uhr. Kurz darauf sitzen wir beim Frühstück und besprechen den Tag. Heute geht es Richtung Ifenbahn am Fuße des gleichnamigen Berges. Eine schöne Ecke, der ich auch Privat schon einige Besuche abgestattete habe. Laut Wetterbericht soll es gegen Mittag schlechter werden, also sputen wir uns. Die Autos werden randvoll mit Laufklamotten gepackt – sieht aus wie bei mir im Kleiderschrank – und keine 20 Minuten später stehen wir schon an der ersten Location.

Es hat hier hinten zum Glück einiges an Restschnee, sodass man tatsächlich den Eindruck haben könnte, dass es gerade nicht 20°C Außentemperatur hat. Zunächst geht es der Trailrunning-Kollektion an den Kragen. Mein Steckenpferd! Ich stelle mir schon vor, wie ich auf den Bildern den Berg hoch hechte und die Trails wieder runterballere. Nun ja – ganz so wild wirds nicht. Nach dem wir uns einige Linien ausgeguckt haben, laufen wir – wie schon am Abend zuvor – auf Anweisung hin und her. Lächeln nicht vergessen. Bauch einziehen. Klappt soweit – ich bin ja auch schon fast ein alter Hase im Modelbusiness.

In meinem Element.

In meinem Element.

Nachdem wir mehrere Spots und Varianten sowie mehrere Outfits durch haben, geht es zurück zum Parkplatz. Als nächstes steht die eher legere Escape-Linie auf dem Programm. Und diesmal wird es dann richtig knifflig: Ich muss posen! An die Wand lehnen, die Arme hinter dem Körper verschränkt, ein Bein an die Wand gewinkelt, aber nicht zu hoch, damit man den Schuh noch sieht. Flasche in der Hand. So tun, als ob ich gerade was getrunken hätte und lächeln natürlich nicht vergessen. Zu allem Überfluss wellt sich das Oberteil dann auch noch so komisch. An mir wird herzumgezupft, damit auch jede Falte perfekt sitzt. Dann hinhocken. Ernst in die Kamera gucken. Jup, dass kann ich gut. Germanys next Trail-Model!

Detailverliebt.

Detailverliebt.

Jetzt fehlt noch die Straßenlaufkollektion – natürlich vornehmlich die Schuhe. In einem nahe gelegenen Waldstück bietet sich dafür die perfekte Kulisse. Mitten drin kommen immer wieder Touristen vorbei – hmpf, immer diese Schaulustigen! Als auch diese Einstellung digital gebannt wurde packen wir ein und fahren wieder zur Ferienwohnung. Ein letztes Mal in die Escape-Klamotten, denn wir sollen noch einmal für eine kleine Afterrun-Szene posieren. Zwei Kaffeetassen in der Hand, ein paar Kekse und natürlich Obst werden wirksam platziert. Während Ricarda sich einen Keks schnappt, soll ich zu ihr sprechen, damit die Szene schön ungezwungen wirkt. Aber habt ihr schon mal versucht, auf Kommando ein Gespräch zu beginnen? Gar nicht so einfach. Ich bemühe erstmal den Klassiker „Fischers Fritze“, woraufhin ich aber ins Nuscheln komme. Sieht Blöd aus auf dem Bild. Also was anderes versuchen. Ich quetsche mir ein paar Sätze raus, weiß aber Sekunden später schon gar nicht mehr, was ich eigentlich gesagt habe. Skurril, irgendwie. Aber Fotograf Kai scheint zufrieden. Das wars, das Shooting ist rum!

Pearl Izumi Shooting Kleinwalsertal (c) foxletics.comAb nach Hause!

Es dauert nicht lange, bis wir die Wohnung fertig geräumt haben. Nach und nach machen sich die Jungs und Mädels auf den Weg in Heimat. Zurück fahre ich mit Benni, der zur Paul Lange-Crew gehört. Ein ordentliches Gegurke über die Schwäbische Alb, da zwischen Ulm und Stuttgart eine Vollsperrung die Straße versperrt. Aber wir quaseln quasi unaufhörlich und so geht auch die Rückfahrt richtig schnell vorbei – leider.

Denn die eineinhalb Tage im Kleinwalsertal haben richtig Spaß gemacht und waren definitiv eine Erfahrung, die man nicht alle Tage macht. Vor allem ist es natürlich ziemlich authentisch, wenn im Katalog echte Sportler und keine Models abgebildet werden. Macht das Ganze dann doch ne ganze Ecke sympathischer. Ich bin jetzt erstmal schwer gespannt, welche Bilder es in den Katalog schaffen und wie ich darauf rumkomme – ich bin noch skeptisch 🙂 Aber ich halte euch auf dem Laufenenden!

Bleibt sportlich,

Euer Fuchs!

Jörn

Jörn

... mag Kuchen, treibt liebend gerne Ausdauersport und ist vor allem im Triathlon beheimatet. Hat Ernährungswissenschaften studiert und ist das schlechteste Vorbild, wenn es um Essen geht. Und sonst: Berge, Trails, Schnee.
Jörn
Ähnliche Artikel

9 Comments

  1. Daniel sagt:

    Jetzt isser berühmt… und ich hab ihn schon gekannt, da hat er noch Burger selbst gemacht und hat keine aus Amerika frisch einfliegen lassen! 🙂

    Saucoole Aktion sag ich da nur. Du hälst uns bestimmt auf den Laufendem ab wann wir dich bewundern können?

    • Fox sagt:

      Tja, so schnell gehts – vom Tellerwäscher zum Modell 😀 Ich seh zu, dass ich ein paar Auszüge bekomme. Ist ja eigentlich nur ein B2B-Katalog. 🙂

  2. Martin sagt:

    Cooler Job. Bei mir würde allerhöhstens die Apotheken Rundschau anfragen. Jung müsste man noch mal sein… 😀

  3. Steve sagt:

    Yes, geile Sache!
    Glückwunsch…bin gespannt wer dich als nächstes bucht. 😉

    Vielleicht stellt dir die Agentur ja ein paar Outtakes zur Verfügung 😉

  4. Eine coole Aktion und super das du uns mit deinem Artikel ein wenig daran teilhaben lässt. Bin gespannt wie es weiter geht und wie es später mal im Katalog aussehen wird. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.