Formcheck Teil 2: „Vor meiner Haustür“

Die Uhr tickt – schon in knapp vier Wochen steht der Trail-Marathon im Rahmen des Lichtensteiner Trailcamps ins Haus und der letzte richtig lange Lauf ist nunmehr acht Monate her. Zeit also, um die Beine auch läuferisch mal wieder richtig zu fordern. Und da trifft es sich doch gut, dass der Liebe Markus aka Mauki am vergangenen Wochenende zu seinem jährlichen stattfinden Trail-Lauftreff „Vor meiner Haustür“ geladen hatte. 34 km und knapp 700 Höhenmeter galt es zu bewältigen. Die ideale Distanz um zu checken, was meine Beine schon drauf haben!

An einem warmen Tag im April

Die Wettervorhersage könnte besser nicht sein: Sonne, 22°C, kein Wind. Perfekt für ein längeres Läufchen durch die Natur. Und weil der Startpunkt der Runde etwa 35 km von meiner Haustür entfernt liegt, schwinge ich mich kurzerhand aufs Rad und nehme noch ein paar Kilometerchen extra mit. Schließlich muss ich ja auch an meine Langdistanz-Ambitionen denken.

Auf angenehm verkehrsarmen Straßen rolle ich also in zügigem Tempo – ich bin etwas spät dran – in Richtung Köngen. Ich fürchte schon, dass ich etwas übertreibe, denn schließlich will ich die 34 km unbedingt hinter mich bringen. Sollte das nicht klappen, würde ich vermutlich auf den Halbmarathon umschwenken, was ich ungern möchte. Auch im Hinblick auf den weiteren Saisonverlauf. Je näher ich meinem Ziel komme, umso wärmer wird es und als ich schließlich bei Markus einrolle und mich umziehe, sind es natürlich die kurze Hose und das leichte Langarmshirt, die heute zum Einsatz kommen.

Draußen wartet die Läuferschar, in der sich einige bekannte, aber vor allem viele neue Gesichter wiederfinden. Nach einer kurzen Ansprache („Verpflegung bei KM22″… ERST BEI KM22), drücke ich mir noch schnell ein Gel rein und schon geht es los.

Vor meiner Haustür (c) foxletics.com

Ãœber Stock und Stein

Es dauert nicht lange, da geht es auch schon auf den Feldweg und die Stollen unserer Schuhe dürfen das erste Mal Erde schnuppern. Es geht in sanftem Auf und Ab, mal Querfeldein, mal auf Forstwegen und auf von weitläufigen Bärlauchfeldern umrahmten Trails durch die weitläufigen Wälder zwischen Köngen und Denkendorf. Stets begleitet von einem… irgendwann schon ziemlich penetranten Knoblauchduft! 🙂

Alle paar Kilometer machen wir kurze Pausen, um die doch recht große Gruppe wieder zu vereinen, was mir natürlich zugute kommt. Und so geht es eigentlich ziemlich gut voran. Die Strecke fliegt nur so vorbei, was nicht zuletzt den vielen guten und ausufernden Gespräche über Werdegänge und kommenden Projekten geschuldet ist. Ein wirklich feines Völkchen hat sich hier zusammengetan.

Als wir dann endlich die Verpflegung erreichen bin ich sehr erleichtert. Erstens bekomme ich endlich was zwischen die Zähne und zweitens fühlen sich meine Beine tatsächlich noch gut an. Ich stopfe mir Nüsse, Doppelkekse, leckeren Bananenkuchen und Salzstangen rein und spüle sie mit einem guten Schluck Cola herunter. Hach, das Leben kann so schön sein. Nach einer längeren Pause verabschieden wir uns von Markus‘ Frau und seiner kleinen Tochter – die uns freundlicherweise versorgt haben – und machen uns auf, die noch fehlenden 12 Kilometer einzusammeln.

Vor meiner Haustür (c) foxletics.com

Die Spannung steigt

Ich weiß, dass jetzt erst der spannende Teil ansteht. Bis hierher war ich mir sicher, dass es kein Problem sein würde – was letztendlich auch eingetroffen ist. Frisch gestärkt setzen wir also unseren Weg fort und laufen erstmal wieder ein gutes Stück bergab, bevor ein langer Anstieg die Beine nochmal richtig fordert. Aber auch hier komme ich gut durch – zum Teil gehend, so viel sei gesagt.

Noch zehn Kilometer. Die Beine geben weiterhin ihr ok und die Gespräche lenken mich ab, so dass ich gar nicht bemerke, wie schnell wir uns unserem Ziel nähern. Irgendwann schnappe ich auf, dass es inzwischen schon 28 km auf der Uhr sind. Die Überraschung ist groß, da ich nicht unbedingt erwartet habe, dass es mir zu dem Zeitpunkt noch so gut geht. Also weiter im Text.

Wie zu erwarten war, klappen auch die restlichen Kilometer eigentlich ohne großartige Probleme und wir kommen nach knapp viereinhalb Stunden wieder an unserem Ausgangspunkt an. Nicht schnell, zugegeben, aber darum ging es mir auch nicht. Es fühlt sich sogar so an, als wären da noch ein paar Körner drin, die ich jetzt auf dem Rad auch noch gut gebrauchen kann.

Nach einem ausgiebigen Abschied, schäle ich mich also wieder in meine Rennradkluft und schwinge mich auf mein babyblaues Gefährt, das mich den gleichen Weg zurückbringt. Diesmal jedoch, sind die Straßen und Wege deutlich stärker befahren und der Heimweg wird zur Slalomfahrt zwischen gemütlichen Sonntagsradlern und Spaziergängern. Seis drum – jetzt habe ich es eh nicht mehr eilig.

Vor meiner Haustür (c) foxletics.com

S’läuft!

Wie schon eine Woche zuvor bei meinem kleinen Formcheck auf dem Rad, ist auch der zweite Test in der Vorbereitung äußerst zufriedenstellend verlaufen. Heute, zwei Tage später, sind die Waden zwar noch etwas hart, aber die Oberschenkel geben schon wieder grünes Licht für eine lockere Trainingseinheit. Wenn es so weiter geht, dann wird die Saison 2016 wohl ein richtig schönes Sportfest!

An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an Markus und seine Familie, sowie alle Mitläufer und den Wetterverantwortlichen. Ihr habt alle dazu beigetragen, ein wirklich tolles Trailrunning-Fest zu feiern.

Bleibt sportlich,

Euer Fuchs!

Jörn

Jörn

... mag Kuchen, treibt liebend gerne Ausdauersport und ist vor allem im Triathlon beheimatet. Hat Ernährungswissenschaften studiert und ist das schlechteste Vorbild, wenn es um Essen geht. Und sonst: Berge, Trails, Schnee.
Jörn

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.